Anti-Atom-Berlin


Polizei und Protest in Brokdorf

Die Demo, die die politische Kultur veränderte

Der Widerstand gegen das AKW Brokdorf hat die Debatte über bürgerliche Grundrechte in Deutschland stark beeinflusst. Seit dem Brokdorf-Beschluss des Bundesverfassungsgerichts von 1985 heißt es: Im Zweifel immer für die Versammlungsfreiheit.

"Wehrt Euch, leistet Widerstand! Gegen die Atomwirtschaft im Land …"

Heute sind die Maßstäbe der Brokdorf-Entscheidung Allgemeingut – mindestens in der Theorie. Klar ist etwa vor dem G20-Gipfel, dass trotz zu erwartender Ausschreitungen Demonstrationen möglich sind – und geschützt werden, wie Bundesinnenminister Thomas de Maizière betont.

Nun wir haben gesehen, was Politiker wie Thomas de Maizière in der Realität von Versammlungsfreiheit hält...

» Deutschlandfunk Kultur: Die Demo, die die politische Kultur veränderte

(Quelle: donaukurier.de - Johannes Greiner)

Wackersdorf

Wuchtig steht das große Holzkreuz mit der schmerzgekrümmten Jesusfigur im stillen Taxöldener Forst. Man sieht ihm seine bewegte Geschichte nicht gleich an, die mitten in ein entscheidendes Kapitel der deutschen Atompolitik reicht – und in eine der erbittertsten Auseinandersetzungen zwischen Bürgerwillen und Staatsgewalt in der Geschichte der Bundesrepublik.

HolzkreuzHier bei Wackersdorf in der Oberpfalz sollte in den 80er Jahren eine Wiederaufarbeitungsanlage für abgebrannte Brennelemente aus Atomkraftwerken – kurz WAA – gebaut werden – der Schlussstein des Atomenergie-Kreislaufs. Kurz zuvor war der Braunkohletagebau in Wackersdorf eingestellt worden, die Arbeitslosenzahl war hoch. Die „industriegewohnte“ Bevölkerung werde die Plutoniumfabrik schon tolerieren, so das Kalkül des damaligen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß. Er sollte sich täuschen.


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