Anti-Atom-Berlin


(Quelle: tagesschau.de, von Jürgen Döschner)

Atomenergie in Deutschland

Seit dem Super-GAU von Fukushima und dem schwarz-gelben Ausstiegsbeschluss gilt in Deutschland das Thema Atomkraft gemeinhin als abgeschlossen. "Gefühlt" sind wir schon ausgestiegen. Doch die Realität sieht anders aus:

Deutschland ist eine der führenden Atomstrom-Nationen weltweit

"Deutsche Kernkraftwerke gehören zu den produktivsten der Welt" (Deutsches Atomforum e.V.)

So verkündete stolz das "Deutschen Atomforum" (DAtF), die Lobbyorganisation der deutschen Nuklearwirtschaft, Anfang dieser Woche in einer Pressemitteilung. Und in der Tat: In der angefügten Liste der "Top Ten" jener Atomreaktoren, die im vergangenen Jahr den meisten Strom lieferten, finden sich allein vier deutsche Kraftwerke. 

Gut zwei Jahre nach Fukushima und 27 Jahre nach Tschernobyl sei Deutschland noch weit von einem vollständigen Atomausstieg entfernt, meint denn auch Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atomkraft-Organisation "ausgestrahlt": "Deutschland ist heute noch der zweitgrößte Produzent von Atomstrom in der EU. Und so wie dieser Ausstiegsfahrplan im Augenblick aussieht, wird das auch noch viele Jahre so bleiben."

Urananreicherung in Westfalen

Selbst im weltweiten Vergleich liegt Deutschland mit 94 Milliarden Kilowattstunden Atomstrom auf Platz sechs. Doch das ist nicht der einzige Beleg dafür, dass Deutschland nach wie vor zu den führenden Nuklear-Nationen gehört. Ein weiteres Beispiel ist die Urananreichungsanlage der Firma Urenco im westfälischen Gronau. Dort werde ein Ausgangsstoff für die Brennelemente der Atomkraftwerke hergestellt, erklärt Jochen Stay, und zwar nicht nur für die deutschen.

Das, was dort produziert wird, reicht aus für mehr als 30 Atomkraftwerke. Die beliefern also weltweit Kunden. Und das ist ein Widerspruch dazu, dass es immer heißt, Deutschland steigt aus.  (Jochen Stay)

Stay betont zudem, die Anlage sei in den vergangenen Jahren sogar noch ausgebaut worden und es gebe bisher auch kein Ausstiegsdatum, sondern es solle so weitergehen. (...)


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