Anti-Atom-Berlin


Presseberichte für euch zusammengestellt...

(Quelle: ND, von Norbert Suchanek)

Urantagebau

Das Salamanca-Projekt

In Spanien gibt es Streit über die Pläne zu Westeuropas größtem Urantagebau

Die Region im mittleren Westen Spaniens zwischen der Universitätsstadt Salamanca und der portugiesischen Grenze ist eine malerische Landschaft mit Rinder- und Schweineweiden sowie einem Meer aus uralten Steineichen. Nachhaltige, extensive Viehzucht ist die traditionelle Einkommensquelle der von Landflucht geplagten Region. Der Untergrund ist indes reich an Uran: Die einen wollen den Schatz heben, um Atomkraftwerke mit Kernbrennstoff zu versorgen und der Region zu gut bezahlten Jobs zu verhelfen. Die anderen warnen hingegen vor der Gefahr großräumiger radioaktiver Belastung und Naturvernichtung.

Die spanische Regierung hat die Büchse der Pandora längst geöffnet. Das staatliche Uranunternehmen Enusa förderte in der Gemeinde Saelices El Chico von 1974 bis zur Stilllegung der Mine im Jahr 2000 rund 130 Tonnen Uranoxid pro Jahr. Weit mehr als die zehnfache Menge, rund 2000 Tonnen, soll nun das sogenannte Salamanca-Projekt jährlich zu Tage bringen. Es wäre der größte Urantagebau Westeuropas. Spanien würde in die Top 10 der Uranproduzenten aufrücken und selbst die USA sowie China überflügeln. (...)

 

Artikel: Das Salamanca-Projekt

(Quelle: strahlentelex)

Energiepolitik

Steht alles bereit für einen Wiedereinstieg in die Kernkraft in Deutschland? Darauf deutet vieles hin. Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird gedrosselt, die Atomforschung für neue AKW vorangetrieben und der Euratom-Vertrag bleibt bestehen.

Der Atomausstieg ist besiegelt. Alle wollen ihn und er ist sogar per Gesetz mit großer Mehrheit im Bundestag beschlossen. Das Thema ist durch. Eine erneute Laufzeitverlängerung der AKWs oder gar Neubau von Atomkraftwerken wird es in Deutschland nicht mehr geben. So die allseits geäußerte Meinung in der öffentlichen Debatte.

Doch wer genauer hinschaut, wird merkwürdige Entdeckungen machen, die sich nicht mit einer klaren Atomausstiegspolitik vereinbaren lassen – und wie schnell ein Atomausstiegsgesetz abgeschafft wird, haben wir 2010 ja schon mal in Deutschland erlebt. Zunächst sei daran erinnert, dass sehr viele Abgeordnete von Union und FDP dem Merkel’schen Atomausstieg 2011 nur mit geballter Faust in der Tasche zugestimmt haben. Daher wäre es nicht verwunderlich, wenn einige zusammen mit der Atomlobby hinter den Kulissen nach Wegen suchen, dies wieder rückgängig zu machen. (...)

(Quelle: taz)

Störfall in Russland

Behörden bestätigen eine Verstrahlung im Ural nahe der Atomfabrik Majak. Die gemessenen Werte liegen fast tausendmal über der Norm.

In Russland hat sich im September ein schwerer atomarer Zwischenfall ereignet, der bislang verschwiegen wurde. Am Montag bestätigte der russische Wetterdienst Rosgidromet, dass in dem Dorf Argajash im Ural radioaktives Ruthenium-106 gemessen wurde, das die natürliche Strahlung um das 986-Fache überschreitet. (...)

Taz Artikel: Schwerer nuklearer Störfall in Russland

(Quelle: faz.net)

Atomkraftwerk Majak

Im südlichen Ural wurde eine Konzentration des radioaktiven Ruthenium 106 gemessen, die den erlaubten Wert fast tausendfach übersteigt. Zuvor hatte Russland Warnungen aus Europa widersprochen.

Der russische Wetterdienst hat am Montag bestätigt, dass Ende September in Teilen des Landes eine „äußerst hohe“ Konzentration von radioaktivem Ruthenium-106 festgestellt wurde. Die höchste Konzentration wurde in der Messstation Argajasch registriert, Region Tscheljabinsk im südlichen Ural an der Grenze zu Kasachstan festgestellt (das 986-fache des erlaubten Werts). Argajasch liegt 30 Kilometer vom Atomkraftwerk Majak entfernt, wo sich 1957 einer der schlimmsten Atomunfälle der Geschichte ereignet hatte.

Artikel: Majak – Russland bestätigt hohe Radioaktivität

(Quelle: Jürgen Döschner, WDR)

Frankreich

Die Sicherheitsvorkehrungen für das französische AKW Tricastin gelten seit Jahren als unzureichend. Ende September zog die Atomaufsicht nun die Reißleine und wies die Abschaltung aller vier Reaktoren an. Die Sorge: ein Szenario wie in Fukushima.

Am 27. Dezember 1999 wurden weite Teile des Atomkraftwerks Blayais (Westfrankreich) durch einen Orkan überflutet. Das Wasser aus der Gironde wurde über die Deiche gedrückt, wobei die Zufahrten unpassierbar wurden und etwa 90.000 Kubikmeter Wasser flossen in die Reaktorgebäude. Teile der externen Stromversorgung brachen zusammen, in zwei Reaktoren fiel das Notkühlsystem aus, mehrere Pumpen versagten. Frankreich schrammte nur knapp am Reaktorunfall vorbei. (...)

Artikel: Frankreich fürchtet ein Fukushima-Szenario

(Quelle: tagesschau.de)

Fukushima

Die Stilllegung des 2011 havarierten Atomkraftwerks Fukushima wird Jahrzehnte dauern. Ein Roboter hat nun erstmals in der Ruine eines Reaktors Ablagerungen entdeckt - offenbar handelt es sich um geschmolzenen Brennstoff.

Ein Unterwasserroboter hat auf dem Boden eines havarierten Atomreaktors in Fukushima massive Ablagerungen entdeckt. Kamerabilder zeigten lavaähnliche Steine und Klumpen, die etwa einen Meter hoch auf dem Podest unterhalb des Reaktorkerns lägen, teilte der Betreiber Tepco mit.

Artikel: Offenbar geschmolzener Brennstoff entdeckt

(Quelle: heise.de/U.Kuhlmann)

AKW Fukushima

Als vor sechs Jahren die Kernschmelze im AKW Fukushima begann, mussten die Brennstäbe mit kaltem Wasser geflutet werden. Bald sind die fast 600 Auffangbehälter für das kontaminierte Wasser voll. Tepco will es nun im Meer entsorgen.

Die Kernschmelze in drei Reaktoren des AKW Fukushima vor sechs Jahren konnte Tepco nicht stoppen. Mit viel Wasser wollte der Betreiber aber zumindest die weitere Ausbreitung aufhalten. Das wurde schon damals zum Problem, denn die Wassermassen blieben nicht in den (zerstörten) Abklingbecken, sondern flossen unkontrolliert ins Meer und ins Grundwasser. Deshalb wurden Stahltanks aufgestellt, bis heute etwa 580 Stück, die jeweils 1000 Tonnen des kontaminierten Wassers fassen. Von dort wurde es gereinigt: Cäsium und Strontium sowie 60 weitere radioaktive Substanzen ließen sich nach Angaben von Tepco herausfiltern; Tritium blieb dagegen im Wasser.

Artikel: AKW Fukushima: Tanks sind voll, radioaktives Wasser soll ins Meer

Tihange, Doel, Fessenheim - diese belgischen und französischen Atomkraftwerke gelten als extrem unsicher. Doch Deutschland liefert nicht nur Brennelemente, es trägt auch indirekt mit Steuergeldern finanziell zu ihrem Betrieb bei.

(...) Aus Unterlagen des Düsseldorfer Finanzministeriums geht hervor, dass der Pensionsfonds des Landes insgesamt 23,3 Millionen Euro in die französischen Energiekonzerne EDF und ENGIE investiert hat. EDF ist größter und einziger AKW-Betreiber in Frankreich und verantwortlich unter anderem für die Risikomeiler Fessenheim und Cattenom. ENGIE betreibt über seine Tochterfirma Electrabel die belgischen Atomkraftwerke Doel und Tihange. (...)

Tagesschau.de: Tihange, Doel, Fessenheim - Steuergelder für "Bröckelreaktoren"


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