Anti-Atom-Berlin


Presseberichte für euch zusammengestellt...

(Quelle: taz)

Störfall in Russland

Behörden bestätigen eine Verstrahlung im Ural nahe der Atomfabrik Majak. Die gemessenen Werte liegen fast tausendmal über der Norm.

In Russland hat sich im September ein schwerer atomarer Zwischenfall ereignet, der bislang verschwiegen wurde. Am Montag bestätigte der russische Wetterdienst Rosgidromet, dass in dem Dorf Argajash im Ural radioaktives Ruthenium-106 gemessen wurde, das die natürliche Strahlung um das 986-Fache überschreitet. (...)

Taz Artikel: Schwerer nuklearer Störfall in Russland

(Quelle: faz.net)

Atomkraftwerk Majak

Im südlichen Ural wurde eine Konzentration des radioaktiven Ruthenium 106 gemessen, die den erlaubten Wert fast tausendfach übersteigt. Zuvor hatte Russland Warnungen aus Europa widersprochen.

Der russische Wetterdienst hat am Montag bestätigt, dass Ende September in Teilen des Landes eine „äußerst hohe“ Konzentration von radioaktivem Ruthenium-106 festgestellt wurde. Die höchste Konzentration wurde in der Messstation Argajasch registriert, Region Tscheljabinsk im südlichen Ural an der Grenze zu Kasachstan festgestellt (das 986-fache des erlaubten Werts). Argajasch liegt 30 Kilometer vom Atomkraftwerk Majak entfernt, wo sich 1957 einer der schlimmsten Atomunfälle der Geschichte ereignet hatte.

Artikel: Majak – Russland bestätigt hohe Radioaktivität

(Quelle: Jürgen Döschner, WDR)

Frankreich

Die Sicherheitsvorkehrungen für das französische AKW Tricastin gelten seit Jahren als unzureichend. Ende September zog die Atomaufsicht nun die Reißleine und wies die Abschaltung aller vier Reaktoren an. Die Sorge: ein Szenario wie in Fukushima.

Am 27. Dezember 1999 wurden weite Teile des Atomkraftwerks Blayais (Westfrankreich) durch einen Orkan überflutet. Das Wasser aus der Gironde wurde über die Deiche gedrückt, wobei die Zufahrten unpassierbar wurden und etwa 90.000 Kubikmeter Wasser flossen in die Reaktorgebäude. Teile der externen Stromversorgung brachen zusammen, in zwei Reaktoren fiel das Notkühlsystem aus, mehrere Pumpen versagten. Frankreich schrammte nur knapp am Reaktorunfall vorbei. (...)

Artikel: Frankreich fürchtet ein Fukushima-Szenario

Russland/IAEO

Russland hat am Rande der 61. Generalversammlung der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) in Wien mit Kambodscha, Kasachstan und Paraguay verschiedene Abkommen zur Kooperation bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie unterzeichnet. (...)

Verfasser/Quelle: nuklearforum.ch: Russland: Unterzeichnung mehrerer Abkommen

(Quelle: tagesschau.de)

Fukushima

Die Stilllegung des 2011 havarierten Atomkraftwerks Fukushima wird Jahrzehnte dauern. Ein Roboter hat nun erstmals in der Ruine eines Reaktors Ablagerungen entdeckt - offenbar handelt es sich um geschmolzenen Brennstoff.

Ein Unterwasserroboter hat auf dem Boden eines havarierten Atomreaktors in Fukushima massive Ablagerungen entdeckt. Kamerabilder zeigten lavaähnliche Steine und Klumpen, die etwa einen Meter hoch auf dem Podest unterhalb des Reaktorkerns lägen, teilte der Betreiber Tepco mit.

Artikel: Offenbar geschmolzener Brennstoff entdeckt

(Quelle: heise.de/U.Kuhlmann)

AKW Fukushima

Als vor sechs Jahren die Kernschmelze im AKW Fukushima begann, mussten die Brennstäbe mit kaltem Wasser geflutet werden. Bald sind die fast 600 Auffangbehälter für das kontaminierte Wasser voll. Tepco will es nun im Meer entsorgen.

Die Kernschmelze in drei Reaktoren des AKW Fukushima vor sechs Jahren konnte Tepco nicht stoppen. Mit viel Wasser wollte der Betreiber aber zumindest die weitere Ausbreitung aufhalten. Das wurde schon damals zum Problem, denn die Wassermassen blieben nicht in den (zerstörten) Abklingbecken, sondern flossen unkontrolliert ins Meer und ins Grundwasser. Deshalb wurden Stahltanks aufgestellt, bis heute etwa 580 Stück, die jeweils 1000 Tonnen des kontaminierten Wassers fassen. Von dort wurde es gereinigt: Cäsium und Strontium sowie 60 weitere radioaktive Substanzen ließen sich nach Angaben von Tepco herausfiltern; Tritium blieb dagegen im Wasser.

Artikel: AKW Fukushima: Tanks sind voll, radioaktives Wasser soll ins Meer

Tihange, Doel, Fessenheim - diese belgischen und französischen Atomkraftwerke gelten als extrem unsicher. Doch Deutschland liefert nicht nur Brennelemente, es trägt auch indirekt mit Steuergeldern finanziell zu ihrem Betrieb bei.

(...) Aus Unterlagen des Düsseldorfer Finanzministeriums geht hervor, dass der Pensionsfonds des Landes insgesamt 23,3 Millionen Euro in die französischen Energiekonzerne EDF und ENGIE investiert hat. EDF ist größter und einziger AKW-Betreiber in Frankreich und verantwortlich unter anderem für die Risikomeiler Fessenheim und Cattenom. ENGIE betreibt über seine Tochterfirma Electrabel die belgischen Atomkraftwerke Doel und Tihange. (...)

Tagesschau.de: Tihange, Doel, Fessenheim - Steuergelder für "Bröckelreaktoren"

(Quelle: ukraine-nachrichten)

Ukraine

ukraine grafik Bildquelle: .ausgestrahltDie ehemalige Sowjetrepublik betreibt derzeit vier Atomanlagen zur Energieerzeugung. Die Kraftwerke in Chmelnyzkyi, Riwne, Saporischschja und Süd-Ukraine haben zwei bis sechs Reaktoren.

Die Ukraine hat Uran-Brennelemente im Wert von 367 Millionen US-Dollar gekauft. Laut offiziellen Angaben aus Kiew wurden in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres für die Lieferungen der Brennstäbe 266,72 Millionen US-Dollar an Russland und 100,59 Millionen US-Dollar an Schweden gezahlt. Im Vorjahr hat das Land Uran-Brennelemente im Wert von 643,57 Millionen US-Dollar eingekauft. 2015 gingen 610,89 Millionen US-Dollar an Russland und 32,69 Millionen US-Dollar an Schweden.

Artikel: Ukraine kauft neue Uran-Brennelemente

Weitere Infos:

(Quelle: ORF)

Tschechien

temelin karteDie tschechische Regierung denkt an ein Atommülllager in Grenznähe zu Oberösterreich bei den AKW-Standorten Temelin und Dukovany. Die anderen sieben Standorte werden wegen Proteste immer unwahrscheinlicher.

Rund 100 Tonnen Atommüll fallen pro Jahr in Tschechien an, und seit Jahren ist man auf der Suche nach einem geeigneten Ort für die Endlagerung. Sieben Standorte, die geologisch am besten für die Lagerung des radioaktiven Mülls geeignet wären, waren im Gespräch, sind aber aufgrund massiver Bürgerproteste offenbar nicht durchsetzbar.

Jetzt scheint es vom bestmöglich geeigneten Standort hin zum am besten durchsetzbaren Standort zu gehen. Und das macht die Angelegenheit nochmal problematischer und gefährlicher. (Landesrat Rudi Anschober, Grüne)

ORF Artikel: Grenznahes Atommülllager möglich


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