(Quelle: taz, von Stefan Reinecke)

Berlinale 2012

Fukushima, mon amour

20123182 1

Drei Filme aus Japan zeigen, wie die Gesellschaft auf die Katastrophe in Fukushima reagiert: mit Trauer und Resignation, weniger mit Wut.

Ein bedächtiger Panoramaschwenk zeigt eine Küste, die zu einer Mülllandschaft geworden ist. Man soll die Trümmerberge, die der Tsunami am 11. März 2011 hinterlassen hat, genau anschauen können. Dann sieht man blühende Kirschbäume. Ein Bild wie ein Stilleben. Man hört Vogelgezwitscher, die Inszenierung lässt viel Zeit, um Bild und Töne wirken zu lassen. Und zu verstehen, was fehlt: Menschen. Es ist Frühling, aber niemand wird diesen Frühling in der geräumten 20-Kilometer Zone um Fukushima erleben.

Mit diesem Kontrast von Katastrophe und scheinbarem Idyll beginnt der Essayfilm "No Man`s Zone", eine kluge Reflexion über Bilder von sichtbaren und unsichtbarem Unglück. Lange sieht man verlassenen Landschaften und leere Straßen, mal eine Kuhherde neben einem Strommast. Dazu sind im off Geschichten von Evakuierten zu hören. Stimmen ohne Körper, wie von Geistern, dazu Bilder von Geisterstädten. Mit dem Fall-out ist etwas auseinander gefallen. (...)

Artikel: http://www.taz.de/Japanische-Dokumentarfilme-auf-Berlinale/...