Anti-Atom-Berlin


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Am 01.11.2014 von 12:00 - 16:00 veranstaltet Anti Atom Berlin die Aktion „Suchen Platz für Atommüll" im Spandauer Bahnhofsvorplatz und der Fußgängerzone.

Wir werden ein Fass rollen in Spandau, machen Lärm, durch Zurufe und Ansprache fragen wir, ob sie ein Plätzchen für Müll frei haben auf dem Balkon oder im Garten. Verteilen Flyer, kleine Müllfässchen, klären über das Müllproblem auf, tragen einen Banner usw. Ihr seid herzlich willkommen.

In Deutschland ist der Ausstieg aus der atomaren Energieerzeugung bis 2022 geplant. Das heißt nicht, Ausstieg aus den Gefahren für die Menschen durch radioaktive Strahlung.
Die Gefahr der Strahlung ist voraussichtlich weitestgehend in 1 Million Jahre abgeklungen, bis dahin muss der radioaktive Müll von der Umwelt abgeschirmt werden. Denn der Atommüll strahlt - fast ewig- für unvorstellbar lange Zeiten, und ein „Endlager" ist nicht in Sicht. Jährlich fallen in deutschen Kernkraftwerken hunderte Tonnen ausgedienter Brennelemente an. Hinzu kommen Abfälle aus Wiederaufbereitungsanlagen, Atomfabriken, Urananreicherungsanlagen und stillgelegten Reaktoren und Forschungsreaktoren (so wie die Sammelstelle in Berlin-Wannsee).

Vier Orte stehen bisher für schwach, mittel, und hochradioaktiven Müll als Zwischen- und „End"-lagerung zur Debatte

  • Asse – ehemaliges Salzbergwerk, 126.000 Atommüllfässer lagern dort. Das Bergwerk droht einzustürzen und mit Wasser vollzulaufen.
  • Morsleben – Derzeit lagern in Morsleben rund 37.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Im Zentralteil stürzte 2001 ein rund 5000 Tonnen schwerer Gesteinsbrocken von der Grubendecke.
  • Gorleben – International ist die Eignung von Salz als Endlager höchst umstritten. Ein großes Erdgasvorkommen unter dem Salzstock kann Explosionen hervorrufen.
  • Schacht Konrad – Das Mauerwerk ist brüchig, die Fugen weisen deutliche Lücken auf.

Die Zwischenlager sind riesige überirdische Hallen; sie befinden sich zum Großteil direkt auf dem Gelände der Atomkraftwerke Biblis, Brokdorf, Brunsbüttel, Grafenrheinfeld, Grohnde, Gundremmingen, Ohu (Isar), Krümmel, Lingen(Emsland), Neckarwestheim,Philippsburg, Esenshamm(Unterweser) Außerdem gibt es abseits von Kernkraftwerksstandorten drei zentrale Zwischenlager in Ahaus, Greifswald und Gorleben.

In Deutschland befinden sich über hundert Atommülldepots. Altlasten wie der Uranabbau Wismuth bedrohen uns. Mit der Trockenlegung der giftigen Wismut-Schlammteiche bei Seelingstädt entsteht eine riesige radioaktive Deponie – die größte Deutschlands.

Ursprünglich ging die Nutzung der Atomenergie von einer Wiederaufbereitung der Kernbrennstoffe aus, dem sogenannten Brennstoffkreislauf. Die Wiederaufbereitung hat sich jedoch nur als Verschiebung des Atommüll-Problems herausgestellt. Nur ein Teil des Materials kann in neu hergestellten Brennelementen wieder verwertet werden - als Rest bleibt atomarer Müll, der vom Volumen her noch größer als die ursprünglichen Brennelemente ist. Etwa eine Million Jahre lang darf kein strahlender Abfall in die Umwelt gelangen. Die „Endlager" müssen allen Widrigkeiten trotzen und selbst schwere Erdbeben und die Folgen gravierender klimatischer Veränderungen wie etwa eine Eiszeit überstehen. Atommüll strahlt fast ewig, diese Zeit der Strahlung ist unvorstellbar, übersteigt sie doch nicht nur unsere persönliche Zeiterfahrung, sondern auch unsere geschichtlichen und archaischen Erfahrungen bei weitem. Die Pyramiden von Gizeh zählen zu den ältesten bekannten Bauwerken der Menschheit – aber auch sie sind erst etwa 4500 Jahre alt, ein Bruchteil des Zeitraums, den ein Endlager für Atommüll überdauern muss.

Mehr als 80 Prozent der Deutschen befürworten den Atomausstieg während fast genauso viele Menschen die Lagerung atomaren Abfalls „vor der Haustür" ablehnen. Aber irgendwo muss das Zeug doch hin! Aber wohin? Seit fast fünfzig Jahren streitet Deutschland darum.

Wir fordern den sofortigen Stopp der Atommüllproduktion in Deutschland und weltweit! Dann erst kann die Suche nach einem Endlager beginnen.

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