Anti-Atom-Berlin


  • März 2011 • Super-Gau in Fukushima , Beginn der
    Atomkatastrophe in Japan,
  • Juli 2006 • Forsmark/Schweden (Beinahe-GAU) Juli 2006,
  • April 1986 • Tschernobyl Russland (Super-GAU),
  • März 1979 • Harrisburg USA,
  • Oktober 1957 • Sellafield Großbritannien,
  • September 1957 • Majak in Russland (Ural), verheimlicht bis in die 70er Jahre (teilweise Kernschmelze),
  • 9. August 1945 • Nagasaki Japan,
  • 6. August 1945 • Hiroshima Japan

7 Daten atomarer Katastrophen und „ Unfälle“ in einem Zeitraum von nur 66 Jahren mit Nachwirkungen bis zu Jahrmillionen.

fuku MG 4842Redebeitrag, Foto ©AAB

Die Bomben über Hiroshima und Nagasaki sollten ursprünglich über Berlin und dem Industriegebiet Mannheim/Ludwigshafen explodieren, um den 2. Weltkrieg mit Hitlerdeutschland zu beenden. Doch da Deutschland bereits vor der Fertigstellung der amerikanischen Atombomben bedingungslos kapituliert hatte, (u.a.) die USA sich aber mit Japan noch im Krieg befand, wurden die Bomben über Hiroshima und Nagasaki abgeworfen
und richteten ein bis dahin unvorstellbares Ausmaß an Zerstörung an, was sogar Einstein, der zur Entwicklung dieser Bomben beigetragen hatte, sagen ließ, dass sei ein Verbrechen an der Menschheit.

Aber nicht alle waren nur entsetzt über die grauenhaften Wirkungen dieser Bomben, sondern sahen in dieser „ultimativen“ Zerstörungsgewalt eine ultimative Waffe, die ihrem „Besitzer“ die Vorherrschaft über den Rest der Welt ermöglichen konnte. So beeilten sich andere Länder in den Besitz von Atombomben zu kommen, was zuerst 1949 der Sowjetunion gelang (später folgten 8 weitere Länder.)

Aber nach diesem Krieg, der in so vielen Ländern zu so viel Elend Tod, zu so vielen Verwüstungen und Zerstörungen geführt hatte, wie kein Krieg zuvor, erhob sich heftiger Widerstand gegen atomare Aufrüstung und es ertönte der Ruf „Nie wieder Krieg“!
In die neue japanische Verfassung wurde ein Artikel aufgenommen, der das japanische Volk dazu verpflichtete, „für alle Zeiten auf Krieg und Kriegsmittel zu verzichten. Der heutige japanische Premierminister – genauer: Premieratomminister - Abe erklärte dagegen 2002, dass es für Japan kein Problem sei, über Kernwaffen zu verfügen, wenn sie klein seien...

Um den Widerstand gegen die Atomtechnik (in den Nachkriegsjahren) zu brechen, griffen die „Atomwaffenlobbyisten“ tief in die Trickkiste und zauberten die„Atomkraft für den Frieden“ hervor; Eisenhower verkündete 1953 „atom for peace“ und wies gleichzeitig seine „Mitstreiter“ an, „das Volk im Unklaren über Kernspaltung und Kernfusion“ zu lassen.

Systematische Verheimlichung und Verschleierung begleiten die „Atomkraft für den Frieden“ seit ihrer Geburtsstunde an bis heute.

Kritiker und Gegner wurden und werden zunächst ignoriert und wenn das nicht reicht, lächerlich gemacht, diffamiert, bekämpft, ausgegrenzt und kriminalisiert(In Japan gibt es seit kurzem ein neues „Geheimnisschutzgesetz“, worunter vermutlich auch Informationen über Atomenergie und die Katastrophe in Fukushima fallen. Verstöße gegen dieses Gesetz können mit harten Strafen - auch langen Gefängnisstrafen - geahndet werden.

Und solange es möglich ist, werden alle verheerenden Folgen dieser Technik verheimlicht, geleugnet, verharmlost, (Mess)daten gefälscht, den jeweiligen „Bedürfnissen“ angepasst.

Und es wird auch bis heute von den Atomlobbyisten geleugnet, dass sich auch aus AKW-Reaktorplutonium Atombomben bauen lassen. (Auch Atomwaffen-Nationen haben ja erst einmal mit „friedlichen Atomreaktoren“ begonnen.)

Für die „Die Atomkraft für den Frieden“ wurde eine gewaltige Propagandamaschinerie in Gang gesetzt: „Die Atomkraft für den Frieden“ versprach Wohlstand für alle, das Paradies und Frieden auf Erden. Und der Mensch sei Herr über die Kerntechnik, schwere, auch „größtmöglich anzunehmende Unfälle (GAUs), die zu so katastrophalen Folgen wie die Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki geführt haben, seien praktisch ausgeschlossen.

Viele Menschen in vielen Ländern– aus allen Bevölkerungsgruppen – begrüßten begeistert diese frohe Botschaft und sahen schon, wie sich Wüsten in frisches Grün und das Eis der Arktis in eine Riviera umwandelte . (Klimaexperten sträuben sich dabei vermutlich alle Haare!)

Bis heute konnte die Atomindustrie ihr Versprechen vom Paradies auf Erden nicht einlösen, sondern löste im Gegenteil innerhalb von nur 59 Jahren - mit den schon genannten und bekannteren - insgesamt 11 ernste bis katastrophale Unfälle aus, darunter 3 GAUs mit Langzeitfolgen, die noch Tausende von Generationen betreffen werden.
Auch im „Normalbetrieb“...gefährdet und vergiftet (und verwüstet) dieser „Industriezweig“ mit seinen radioaktiven Emissionen, mit dem Uranabbau, den wachsenden Atommüllbergen, die nicht zu ent-sorgen sind, mit Atomtransporten zu Wasser und zu Lande Mensch und Natur.

Stromgewinnung aus Atomreaktoren hat sich nicht nur als die (aller)gefährlichste und teuerste , sondern auch als eine der „ineffektivsten“ Formen erwiesen. (Weltweit nicht einmal ein Anteil von 17%).

Profitiert haben nur die AKW-Betreiber, die riesige Gewinne einfahren, die Kosten – auch Folgekosten - aber auf die Steuerzahler abwälzen. Private Gewinne, soziale Verluste. Statt „Wohlstand für alle“ , Elend für viele und alle nachkommenden Generationen?

Und alle Natur, die davon betroffen ist, und alle Menschen, die davon „betroffen“ sind , die ihr Leben, ihre Gesundheit, ihre Existenzgrundlagen, ihre Heimat, ihre sozialen Vernetzungen verloren haben, sind Opfer, geopfert auf dem Altar des Größen-Wahnsinns, des Glaubens an die Allmacht und Übermacht des Menschen über die Natur, des blinden Fortschritts- und Technikglaubens, der Macht-, Geld- und Habgier, des Glaubens an ewiges Wachstum (Welchen Wachstums?).

Heute kommen zu den weltweit ca. 22000 „offiziellen“ atomaren Vernichtungswaffen noch mehr als 440 tickende Atom-Zeitbomben in Form von AKWs mit ihren Zwischenlagern , und Forschungs- und Wiederaufbereitungsanlagen hinzu.
Sie stellen in Friedenszeiten ein gewaltiges Vernichtungspotential gegen die eigene Bevölkerung wie gegen andere (auch „befreundete“) Länder dar. Radioaktivität in Luft und Wasser kennt keine politischen Grenzen.

Und wir alle, die hier auf diesem Platz stehen, hoffen, gehen irgendwie einfach davon aus, dass Fukushima auch die letzte atomare Katastrophe gewesen sein möge, wir niemals so etwas erleben müssen!

Doch die 11 atomaren ernsten bis katastrophalen Unfälle der „Atomkraft für den Frieden“, die sich durchschnittlich in einem Abstand von nur gut 5 Jahren ereigneten, dazu die Überalterung der meisten Atommeiler, die sie noch unsicherer und anfälliger machen für Gefahren von innen und außen, entziehen diesen Hoffnungen allen Boden.

Selbst jetzt und hier kann es uns treffen, weil es auch in Berlin einen Atomreaktor gibt.

Doch können wir alle mehr tun als nur vergeblich zu hoffen, als nur den Kopf in den Sand zu stecken!

Ihr alle, die ihr hierher gekommen seid, tut das ja auch schon! Für manche vielleicht der erste Schritt. Und die, die sich schon vor 40 Jahren in Bewegung gesetzt haben, konnten erreichen, dass nach 1982 in Deutschland kein neues AKW mehr gebaut wurde!

Je mehr sich in Bewegung setzen, je mehr laut werden, je mehr „Flagge“ zeigen, desto größer werden die Chancen, dass unsere „VolksvertreterInnen“ ihrem Volk zuhören und vernehmen, dass immer weniger an die Lügen und Totschlagargumente gegen eine Energiewende wie „zu teuer“ (zu teuer ist vor allem der Atomstrom!), Verlust von Arbeitsplätzen, drohende Deindustrialisierung glauben.

Die Länder Westeuropas , in denen kein AKW in Betrieb ist, (wie Dänemark, Italien, Norwegen, Österreich) dümpeln ja auch nicht in einem „vorindustriellen Neandertal“ vor sich hin.

Ein weit größerer „Fortschritt“ der Menschheit als der erste Schritt auf den Mond wäre,

  • wenn sie innehielte auf diesem nuklearen Weg, hinschaute auf das, was auf diesem Weg geschah, geschieht und wohin er führt: nicht ins Paradies , sondern eher in die Hölle auf Erden,
  • und sie dann die Größe aufbrächte, von diesem Weg zu lassen und ihr Können und Wissen, ihre Phantasie auf einen Weg zum Weltfrieden lenkte!

Und sollte das nicht besonders für Deutschland und Japan eine Herausforderung sein,

Für Deutschland, in dem nicht nur die Kernspaltung erfunden worden ist, sondern dessen Großmachtswahn auch zum zweiten Weltkrieg und damit zur Entwicklung und zum Einsatz dieser verheerenden atomaren Vernichtungswaffe geführt hatte,
Und für Japan, das nicht nur Opfer seines eigenen Großmachtwahns im 2. Weltkrieg wurde, als die Bomben über Hiroshima und Nagasaki explodierten, sondern auch noch im eigenen Land in Friedenszeiten von der unbeherrschbaren Zerstörungsgewalt der „Atomkraft für den Frieden“ getroffen wurde?

Wenn diese Länder mit klugen, verantwortungsvollen VolksvertreterInnen, die auch über den Tellerrand ihrer Legislaturperioden hinausschauen können, sich auf den Weg machten zu einer nachhaltigen - und eben nicht auf Verschwendung und Raubbau angelegten-, billigeren, saubereren und weitaus ungefährlicheren Energieversorgung als alle atomare und fossile Energiegewinnung es je war und es je sein kann, einer Energieversorgung, die weitgehend dezentral überall auf der Welt möglich ist, um deren Energiequellen deshalb keine Kriege mehr geführt zu werden brauchten, könnte das einen riesigen Fort-schritt der Menschheit, ja geradezu einen „Quantensprung“ in ihrer geistig-sozialen wie wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung in diesem Jahrhundert bedeuten.

Wunschvorstellungen?

Die Menschen, die sich zur Erfüllung ihrer Wunschvorstellungen vor mehr als 4 Jahrzehnten aufgemacht haben, konnten erreichen, dass seit 1982 in Deutschland kein neues AKW mehr gebaut wurde, andere wurden zu von Großkonzernen unabhängigen Energie-Versorgern mit erneuerbaren Energien und hätten sich nicht vor mehr als 3 Jahrhunderten Menschen auf den Weg gemacht, um ihre Wunschvorstellungen von Gerechtigkeit und Menschenwürde zu verwirklichen, hätten wir heute keine demokratischen Strukturen, keine Menschenrechte!

Lasst uns unsere Volksvertreterinnen und Volksvertreter (überall auf der Welt) hören, dass ihre Völker den lebensfeindlichen, zerstörerischen Weg der Nukleartechnik verlassen wollen, lasst sie uns dazu bewegen, einen neuen Leben bejahenden und Leben bewahrenden Weg einzuschlagen!

SAYONARA NUKES!



Der Redebeitrag wurde von Regina (AntiAtomBerlin) gehalten.


© 2010 - 2019 Anti-Atom-Berlin